Von I wie Indianer bis Z wie Zoo

Von I wie Indianer bis Z wie Zoo

Ferienprogramm der „Integrationswerkstatt“ Teil 1

Die Veranstaltungen des Ferienprogramms der „Integrationswerkstatt“ waren heiß begehrt und die vorhandenen Plätze schnell ausgebucht. Los ging es in den Osterferien gleich mit einer kleinen Weltreise. In der Miniwelt konnten die Kinder erfahren, wie einfach es möglich sein kann, Grenzen zu überwinden. Eben noch die berühmte und für die deutsche Geschichte so bedeutsame Eisenacher Wartburg besucht, fanden sie sich im nächsten Moment der Moskauer Basilus-Kathedrale gegenüberstehend wieder. Abgerundet wurde der Ausflug mit einem Besuch des Mini-Kosmos, der noch einmal einen ganz anderen, grenzenlosen Blick auf unsere Erde ermöglichte.

 

 

Richtig durchstarten konnten die Kinder und Jugendlichen dann in den Sommerferien. Gleich zu Beginn lud der Indianertag zum Mitmachen ein. Neben dem Basteln eines Traumfängers und dem Ausprobieren im Bogenschießen durfte natürlich die passende Indianerbemalung nicht fehlen. Dabei sprichwörtlich in die Haut eines anderen zu schlüpfen und die Gebräuche einer sehr fremden Kultur spielerisch und ohne Vorbehalte zu erkunden, machte mächtig Spaß.

 

 

Tiere ebnen den Weg zum Herzen und können helfen, manche tiefliegenden Probleme zu bewältigen, heißt es. Dass dem so ist, konnten die Kinder der „Integrationswerkstatt“ an einem Tag auf dem Reiterhof erleben. Höhepunkt war das Ausprobieren der eigenen reiterlichen Fähigkeiten auf besonders sanftmütigen Ponys. Zuvor jedoch lernten die Kinder, wie die Pferde von der Weide geholt und fachgerecht für den bevorstehenden Ritt geputzt werden müssen. Und sie haben gelernt, auf welche Weise mit den Tieren kommuniziert werden sollte, damit sie sich einem öffnen. Selbst Kinder, die den großen Tieren gegenüber eher zurückhaltend begegneten, waren am Ende des Tages kaum mehr von ihnen wegzubewegen. Und noch etwas erfreute besonders: Ein Junge, der in der Schule mit Lernschwierigkeiten, Verschlossenheit und großen Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen hat, wirkte im Umgang mit den Pferden auf einmal gelöst und widmete sich voller Hingabe und konzentriert der Pflege des ihm zugeteilten Ponys. Auch andere Kinder, die sonst eher verschlossen und äußerst verschüchtert auftreten, wirkten auf einmal gelöst und manch ein Kind sogar glücklich. Die Tiere haben ihnen tatsächlich geholfen, einen Moment lang die schrecklichen, kriegsbedingten Erlebnisse zu vergessen und ein Stück weit zu verarbeiten.

Tierisch ging es sogleich weiter mit einem Ausflug nach Leipzig. Der dortige Zoo wurde für einen ganzen Tag lang von jeder Menge Kindern unterschiedlichster Herkunft eingenommen. Besonders die großen Tiere wie Elefanten, Giraffen oder Kamele waren die Helden des Tages. Auch das faszinierende Aquarium zog viele Kinder in seinen Bann, aus dem sie schwerlich zu lösen waren. Hier half den Betreuerinnen nur noch die Geheimwaffe des schnell herbei organisierten Kuchens, dem sich die Kinder dann doch geschlagen gaben. Eine große Begeisterung für die Tiere aus den verschiedenen Kontinenten dieser Erde teilten alle miteinander. Und ebenjene Begeisterung verbindet sie auch, ganz gleich, aus welcher Kultur sie stammen oder welcher Religion sie und ihre Eltern angehören.

 

 

Ein anderer Ferientag führte die Kinder und Jugendlichen wieder in ein weit entfernt liegendes Land. Diesmal stand Indien auf dem Programm. Und da Indien doch ein wenig zu weit für eine Tagesreise liegt, verwandelten die Mitarbeiterinnen der „Integrationswerkstatt“ kurzerhand einen Raum in einen indischen Tempel. Hier wollte jeder einmal in einen Sari schlüpfen, dessen korrekte Bindung so manche Mühe verursachte. Und die Mädchen waren sehr stolz auf ihre Henna-bemalten Hände und Arme. Auch an diesem Tag stand wieder die spielerische Erkundung einer sowohl für die hiesigen als auch für die zugewanderten Kinder fremden Kultur mit all ihren faszinierenden Facetten im Mittelpunkt. Die Freude und die Neugier am Erproben war dabei für alle viel zu groß, als dass Platz für Ablehnung entstehen konnte oder Vorbehalte gegenüber dem Fremden verblieben wären.

 

 

Essen ist eines unserer Grundbedürfnisse. Und schon in dem was wir essen, können wir kulturelle Unterschiede entdecken. Zwei Gemeinsamkeiten haben dabei aber die meisten Kulturen: Es ist wichtig, gesund zu essen und ab und an auch zu essen, was besonders schmeckt, das stärkt den Körper und den Geist. Und es ist wichtig dabei zu wissen, wie man das passende Essen selbst zubereiten kann. So wurde im Rahmen des Ferienprogramms an einem Tag gemeinsam gebacken, was ganz offenbar alle Kinder auf dieser Welt besonders gerne mögen: Pizza. An einem anderen Tag war dann Gesundheit ganz groß geschrieben und die Kinder lernten, wie man selbst Salate zubereitet, die dann auch noch so richtig gut schmecken. Zusammen genießen, was anscheinend keinen Halt vor kulturellen Grenzen macht und dabei lernen, wie man es selbst herstellt – das ist es, was die Kinder an diesen Tagen geteilt haben und als prägenden Eindruck mitnehmen konnten.

 

 

Diese Maßnahme wird mitfnanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes. Im Rahmen des Landesprogramms “Integrative Maßnahmen”.

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